Gedenkstein für ASB Gründungsanlass

Gedenkstein in Berlin erinnert an den ASB-Gründungsanlass

Vor 65 Jahren, am 19.2.1940, verstarb Gustav Dietrich der Gründer der ersten ASB-Kolonne in Berlin. Zu seinem Gedenken und in Erinnerung an die Gründung des Arbeiter-Samariter-Bundes wurde in Berlin ein Gedenkstein eingeweiht.

Gustav Dietrich (2.10.1851 bis 19.2.1940) gehörte zu den sechs Berliner Zimmerleuten, die am 29.11.1888 den Grundstein für den Arbeiter-Samariter-Bund legten.

Dietrich war von Beruf Zimmerpolier und zurzeit der Einrichtung des ersten Lehrkurses für Berliner Arbeiter, Hauptkassierer des Verbandes Deutscher Zimmerleute. Gustav Dietrich rief am 20. November 1888 alle Arbeiter zu einem "Lehrkurs über die Erste-Hilfe bei Unglücksfällen" auf.

An dem Kursus beteiligten sich 100 Personen aus allen Berufen. Nach zwölf Abenden ist am 6 März 1889 der Kurs beendet. Nach diesem Kursus wird der Verein "Lehrkursus der Berliner Arbeiter zur Ersten-Hilfe bei Unglücksfällen" gegründet.

  

Wie notwendig zur damaligen Zeit solche Sanitätskurse für Arbeiter sind, schildert 1922 Emil Stein, Vorsitzender des ASB in Berlin und Bundesvorsitzender:

"Die Bauarbeiter mussten zehn und mehr Stunden schuften, und so zeigten sich die Folgen dieser für Arbeiter so schädlichen Arbeitsmethode recht schnell. Täglich waren Unfälle oft schwerer Natur zu verzeichnen. Irgendwelche Vorkehrungen für Unfallverletzte waren damals noch böhmische Dörfer, Verbandskästen waren nur dem Namen nach bekannt, Ärzte nur schwer zu haben. Für den Transport Verunglückter war nichts vorhanden, allenfalls wurden diese von einem leeren Klamottenwagen mitgenommen oder die Verunglückten blieben in einer schmutzigen Baubude liegen, um nach Feierabend von ihren mitleidigen Kollegen oft auf einem elenden Handkarren nach ihrer Behausung gebracht zu werden. Unfallstationen gab es nicht. Ein paar Sanitätswachen in der Stadt waren nur des nachts geöffnet. Da erkannte die Arbeiterschaft, dass nur der Weg der Selbsthilfe hier Wandel schaffen könne."