135 Jahre Arbeiter-Samariter-Bund

135 Jahre Arbeiter-Samariter-Bund

Am 29. November 1888 ergriff der 37-jährige Zimmerpolier Gustav Dietrich mit weiteren fünf Berliner Bauarbeitern die Initiative und setzte gegen viele Widerstände den ersten Lehrkursus für die Erste Hilfe bei Unglücksfällen durch – das war der Beginn des Arbeiter-Samariter-Bundes.

Anlass dafür waren schreckliche Unfälle auf Berliner Baustellen, wo es weder Arbeitsschutz- noch Unfallverhütungsvorschriften gab. Häufig kam es zu schweren, oftmals tödlichen Zwischenfällen und niemand konnte helfen. Es waren weder ausgebildete Ersthelfer noch Verbandmaterial verfügbar und einen Rettungsdienst im heutigen Sinne gab es nicht. Über 100 Arbeiter beteiligten sich an diesem ersten Lehrkurs, der unter Anleitung jüdischer Ärzte zustande kam, und trafen sich in der Alten Jakobstraße 75 im Lokal „Feuerstein“.

Heute erinnern an dieser Stelle ein Gedenkstein und ein Baum an diesen historischen Moment. Die Bedeutung des Berliner Lehrkurses hatte eine Signalwirkung für die gesamte Gesellschaft: Es musste etwas passieren. Die Samariter waren somit die Pfadfinder der Ersten Hilfe in Deutschland.

Der Saarländische Rundfunk nahm den Gründungstag des ASB zum Anlass, ein Porträt über die Gründung des ASB zu produzieren. Thematisiert wird unter anderem, wie aus einer Selbsthilfegruppe der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) entstand, warum Frauen lange außen vor blieben und was die Nationalsozialisten gegen den ASB hatten – und ihn deswegen auflösten. Zu Wort kommen ASB-Archivleiterin Mareike Hollmann, ASB-Präsidiumsmitglied Wilhelm Müller sowie Prof. Annette Zimmer von der Universität Münster.